Losgedüst mit flatternden Hosen

Skaterhalle Colosseum am alten Schlachthof ist wieder offen für Sportler


 
Vom 10.12.2007

Das Flatterband ist durch. Flugs stürmen die Skater die Skater-Halle am Schlachthof: Nichts, wie rauf auf die lines und ramps. Von Angelika Thiels und Erhard Niedenthal, Günther Gablenz und Rose-Lore Scholz sowie Hartmut Bohrer bestaunt, wirbeln die Jungs mit den flatternden Hosen durch das gerettete Colosseum. Fast wäre es gescheitert, dass dieses "einzigartige Projekt", wie es Oberbürgermeister Helmut Müller beschreibt, überlebt.

 
Von

Andrea Springer

Denn eigentlich seien gar keine Mittel da gewesen. Doch, um das "Gesicht des Areals zu verändern", werden aller Voraussicht nach in der kommenden Woche für die nächsten zwei Jahre jeweils 15 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Auch der Ortsbeirat hat sich nicht lumpen lassen und hat 5 000 Euro locker gemacht.

Eingebunden in den Kulturpark bleibt die einzige öffentlich zugängliche Skaterhalle weit und breit jetzt doch erhalten. Es wäre ja auch zum die-Wände-hochgehen gewesen, wenn die Halle gefallen wäre. Besser ist es da doch, wenn die Skater eine steil aufragende Ramp sogar die Wand hoch fahren können. Das Colosseum bleibt - frisch renoviert.

Zwar nicht die Bürgermedaille, aber doch das älteste Stadtsiegel erhält Martina Struwe für ihr ehrenamtliches Engagement von Ortsvorsteher Andreas Knüttel überreicht. Ihr ist es zu danken, dass den Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren wieder eine Alternative zum Rumhängen geboten wird.

Im Sommer sah es noch bedenklich aus. Aber manchmal bedarf es einfach Menschen, lobt der Oberbürgermeister den Einsatz der Familie Struwe, die auch bereit sind, "mit dem Kopf durch die Wand" zu gehen. Mit "begründet" von Justin Struwe, engagiert sich auch sein älterer Bruder Marvin in der Halle. Auch beim Umbau hat der 25-Jährige neben seinem Informatikstudium geholfen.

Gerade am Anfang habe es schon einige Problemfälle gegeben, wodurch der Skaterhalle ein schlechter Ruf anhaftete. Es "war stressig." Mittlerweile aber seien alle "sozial eingebunden". Größere und Kleinere kurven nicht nur gemeinsam, erklärt Marvin. Die älteren zeigen den Kleinen auch neue Tricks oder wie man das Board einstellt - sie übernehmen Vorbildfunktion.

geöffnet: di.+do. 16-20, fr. 16-23, sa. 15-21 + so. 15-19 Uhr.


Quelle: http://www.main-rheiner.de/tagblatt/region/objekt.php3?artikel_id=3083266